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iPad Pro

vor 1 Woche mit einer geschätzten Lesezeit von 03:35 Minuten

Fahren wir erst einmal eine Runde um den rhetorischen Häuserblock: Das MacBook Pro ist ein leistungsfähiger Computer. Das MacBook Air ist ein leichter Computer, der im privaten Alltag nichts vermissen lässt und war zuhause und unterwegs stets mein Begleiter der Wahl. Vor einem Jahr nutzte ich noch ein 15“ MacBook Pro (Late 2011), bis in unser Büro eingebrochen und es gestohlen wurde, weil ich es dummerweise über Nacht stehen lies. Seitdem nutze ich ein 13” Pro Modell mit Retina Display und erfreue mich immer wieder an seiner “Leichtig”- und Leistungsfähigkeit.

Beim iPad war es in den letzten Jahren immer so, dass ich auf die Mini-Reihe geschworen haben. Ich wollte kein großes iPad mehr und immer wenn ich eins dieser größeren Tablets in der Hand hatte, sah ich mich in meiner Entscheidung bekräftigt. Mein iPad Mini der ersten Retina-Generation war zwar spürbar in die Jahre gekommen, allerdings hat es mir für meinen Medienkonsum (noch) ausgereicht. Trotzdem hoffte ich immer wieder auf eine aktuelle Generation auf Augenhöhe der größeren Modelle. Vergeblich.

Vor einigen Wochen hat Apple das iPad Pro 10.5″ vorgestellt und seltsamerweise war ich extrem schnell, extrem hart angefixt. Glücklicherweise konnte ich beim lokalen Elektronikfachmarkt ein iPad in gewünschter Variante und Farbe ordern, denn bei Apple hatte ich nicht vorbestellt. Ich erhielt dieses dann auch am ersten Verkaufstag.

Nun lag also dieses gefühlt überdimensional große iPad und ein Pencil vor mir und ich war mir unsicher, ob es die richtige Entscheidung war. Aber ich muss sagen, seit dem ersten einschalten bin ich etwas verliebt in dieses Ding. Ich könnte nun technische Eckdaten runterschreiben, aber die kennt man bereits zur Genüge und überhaupt ist das auch komplett unterinteressant. Nur so viel: das Teil hat genauso viel Power wie die meisten Notebooks im mittleren Preissegment, das ProMotion Display ist mit seiner Bildwiederholrate von 120 Hz einfach nur butterweich bei der Bedienung, die Farben sind grandios und der Stift gibt einem stets das Gefühl auf “digitalem Papier” zu schreiben. Mit dem Akku kommt man wie gewohnt ohne Probleme über den Tag und wirklich schwerer als das alte iPad Mini ist das Pro auch nicht. So kann man es auch längere Zeit zum lesen mit einer Hand halten.

iOS 11, welches ich in der Vorschau-Version nutze, macht das iPad Pro zu einer echten Arbeitsmaschine. “Echte Datenablage” mit einer Art Finder, ein Dock welches man jeder Zeit ins Bild wischen kann, Multitasking mit Spaces (Split View und Slide Over), Drag & Drop und viele Kleinigkeiten wie Dokumenten-Scanner oder verbesserter Tastatur. Da braucht es kaum noch ein MacBook, Grenzen werden höchstens durch fehlende “Pro”-Apps gesetzt.

Aber es gibt sie, die Apps für uns “Profies”: Affinity ist eine professionelle Fotobearbeitung für das iPad, welche kaum eine Funktion vermissen lässt. Auch Pixelmator leistet bereits gute Dienste bei der Bildbearbeitung, wenn auch die Bedienung hier teilweise arg haarsträubend ist. Procreate ist ein hervoragendes Zeichenprogramm, welches auch Menschen Spaß macht, die gerade so ein vernünftigen Kreis hinbekommen. GoodNotes ist die App der Wahl, wenn es darum geht handschriftliche Notizen zu verfassen und weiter zu ver-workflow-en. Es ist schlicht beeindruckend wie gut der Apple Pencil funktioniert und wie natürlich man damit auf dem iPad schreiben kann. Tatsächlich überlege ich aktuell noch die Anschaffung des Smart Keyboard, um noch “mobiler” schreiben zu können, denn längere Texte mag ich ungern auf dem Display tippen. Der Preis allerdings ist sehr stolz.

Selbstverständlcih möchte ich aber auch weiterhin konsumieren und nicht nur “arbeiten”. Ob nun Text, Bild oder Bild in Bewegtform, das iPad macht eine gute Figur und Ton. Die vier Lautsprecher sind nicht nur für YouTube geeignet, auch Serien bei Netflix schaue ich damit sehr gern – auch mal mit Bild-in-Bild um nebenbei in diesem Internet zu surfen. (Dummerweise erlaubt die YouTube App dies nicht, was ganz großer Mist ist… und nein, die Webseite ist keine echte Alternative)

Das iPad Pro 10.5″ ist ein unglaublich tolles iPad. Ich habe ab der erste Sekunde sehr viel Freude daran und bereue meine Entscheidung, es zu kaufen, nicht. Denn eins steht fest, es kostet auch ein paar Euro und mit Zubehör ist man dabei schnell bei einem vierstelligen Betrag. Ein MacBook (Air) brauche ich nicht mehr.